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Geschichte

Unsere Gemeinde und ihre Geschichte

Altenriet wurde um das Jahr 1100 erstmals urkundlich als „Riet“ erwähnt, der Name bezog sich damals auf das ortsansässige Adelsgeschlecht. Der Ursprung des Namens liegt vermutlich im Wort „Ried“ für Sumpf. Die Schreibweise „Rieth“ ist bereits im 12. Jahrhundert belegt. Ursprünglich war der Ortsname keine Bezeichnung für eine Siedlung, sondern für eine Flur („im/am Ried“) und wurde erstmals 1446 schriftlich als „Altenryet“ erwähnt.

Bereits Ende des 11. Jahrhunderts werden die Brüder Drutwin und Ludwig de Riet in der zwischen 1135 und 1138 verfassten Zwiefalter Chronik als Stifter des 1089 gegründeten Klosters genannt. Auch im Reichenbacher Schenkungsbuch der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erscheint ein Liutfrido de Rieth als Stifter des 1082 gegründeten Hirsauer Priorats in Reichenbach.

Im 11. Jahrhundert lag die hohe Obrigkeit vermutlich bei den Grafen von Achalm, ab dem 12. Jahrhundert bei den mit ihnen verwandten Grafen von Urach. 1344 wird der Ort Riet erstmals als Teil der Grafschaft Eberhards von Württemberg erwähnt, das von da an die herrschaftlichen Rechte ausübte. Teilweise fanden die Gerichtstage in Altenriet unter dem Untervogt statt. Von den herrschaftlichen Abgaben wurden vor allem Steuern und der Landgarbenwein – ein Sechstel von 2,25 Morgen Weingarten – eingezogen. Der Zehnt ging seit 1448 an das Stift Oberhofen bei Göppingen.

Württemberg beanspruchte weiterhin den großen und kleinen Frevel sowie das Hauptrecht bei den leibeigenen Männern, während die Frauen vom Hauptrecht befreit waren. Weitere Rechte kamen mit dem Erwerb des Schönbuchs von den Grafen von Tübingen an Württemberg. Im Urbar der Schönbuchämter von 1383 wird Altenriet als Ort des mittleren Schönbuchamts aufgeführt, der für Holznutzung, Weiderecht und Fuhrrecht Abgaben leisten musste. Außerdem war eine Getreideabgabe zu entrichten, die einen früher üblichen Ackerfrondienst ersetzte.

1473 tauschte Württemberg einige Steuerrechte von den Grafen von Zollern ein. Die Grafen von Württemberg ordneten Altenriet dem Oberamt Tübingen zu. Im 18. Jahrhundert gehörte die Gemeinde im Amtsbezirk zum Unteramt Walddorf.

Burg Riet

Wahrscheinlich gelangte (Alten-)Riet zwischen 1254 und 1265 in den Besitz der Grafschaft Württemberg. 1268 werden die Brüder Ludwig und Ulrich von Riet erwähnt, die wegen ihres Sitzes auf der Burg an der Neckarmühle bei Neckartenzlingen (Neckarburg) auch „von der Mühle“ genannt wurden. Im 13. Jahrhundert errichteten die Herren von Riet eine Burg im Bereich des heutigen evangelischen Kirchhofs. Später entstand außerhalb des Ortes die Burg Neuenriet, während die „Burg Altenriet“ bereits im 15. Jahrhundert verfiel.

Die Herren von Riet erscheinen in den Quellen bis ins 14. Jahrhundert. Der letzte namentlich bekannte Vertreter, Lutz von Riet, verkaufte 1344 seinen Anteil an der Burg sowie seine Güter im Dorf an Friedrich Herter von Schilteck. Die Herren von Riet waren mit den Herren von Metzingen verwandt und vermutlich edelfrei, da ihre Burg freies Eigengut war. In der entstandenen Siedlung übten sie die orts- und grundherrlichen Rechte aus.

Der Grundbesitz der Herren von Riet ging 1344 an Friedrich Herter von Schilteck über, dessen Familie auch die restlichen Anteile an der alten Burg erhielt. 1404 übergab Hans Herter den Burgstall sowie seine Güter im Dorf an das Kloster Denkendorf, das dadurch zum größten Grundbesitzer im Ort wurde. Insgesamt verfügte das Kloster über zwei große Lehengüter, die beide Erbgüter und Trägereien waren.

Burg Neuenriet

Noch bevor die alte Burg der Herren von Riet aufgegeben wurde, wurde ostnordöstlich des Ortes die Burg Neuenriet errichtet. Diese war mit einem Teil des Orts ein württembergisches Lehen. Ihr ältester bekannter Inhaber war Hans von Oßweil. Im Laufe der Zeit gelangte die Burg über mehrere, teils adlige Familien 1429 an Berthold Kaib, dessen Familie bereits seit 1364 im Dorf begütert war. 1436 erwarben die Dürner von Dürnau das Lehen, das später an Barbara von Ow fiel, die es 1466 von Württemberg als freies Eigen übertragen bekam.

Die Besitzer wechselten noch mehrfach, bis die Burg 1525 im Bauernkrieg zerstört wurde. Reste der Burg, insbesondere des Bergfrieds, sind noch 1685 auf der Kieserschen Forstkarte verzeichnet. Die Ruine blieb bis 1823 erhalten, bevor sie von der Bürgerschaft zum Abbruch an den Meistbietenden verkauft wurde. Danach wurde sie vollständig abgetragen, und die Sandsteinquader dienten dem Hausbau der Familie Trautwein im Gässle.

Die Burg sowie die dazugehörigen Güter, darunter ein Meierhof auf Neckartenzlinger Markung, waren steuerfrei.

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