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Juristische Person

Die Haftungsbeschr√§nkung kann ein Grund f√ľr die Wahl der juristischen Person (Kapitalgesellschaft) als Rechtsform sein. Jedoch ist die Gr√ľndung √ľblicherweise aufw√§ndiger als bei Personengesellschaften.

Juristische Personen sind selbst Tr√§ger von Rechten und Pflichten. Die notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags, eine kaufm√§nnische Buchf√ľhrung und Bilanzierung wie auch Mindestkapital sind zwingend vorgeschrieben.

Juristische Personen des Privatrechts sind beispielsweise:

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Sehr beliebt auch f√ľr kleine Unternehmen ist die Gesellschaft mit beschr√§nkter Haftung (GmbH), gerade im Hinblick auf die Haftungsbeschr√§nkung.

Beachten Sie folgende Aspekte:

  • Als Mindestkapitaleinlage sind 25.000 Euro vorgeschrieben. Diese k√∂nnen auch aus Sacheinlagen bestehen.
  • Der Aufwand an Buchhaltung und Dokumentation ist h√∂her als bei einer Personengesellschaft.
  • Die Gr√ľnderinnen und Gr√ľnder haften nicht mit ihrem Privatverm√∂gen.
  • Die Gesch√§ftsf√ľhrung k√∂nnen folgende Personen √ľbernehmen:
    • eine Gesellschafterin oder ein Gesellschafter
    • mehrere Gesellschafterinnen oder Gesellschafter
    • Dritte, die im Angestelltenverh√§ltnis besch√§ftigt sind
  • Der GmbH-Vertrag regelt,
    • wer die Gesch√§ftsf√ľhrung innehat und mit welchen Befugnissen diese Person ausgestattet ist,
    • die Einzahlung des Kapitals und
    • die Gewinnverteilung.
  • Jede √Ąnderung der Gesch√§ftsf√ľhrung m√ľssen Sie ins Handelsregister eintragen lassen.
  • Gesch√§ftsanteile k√∂nnen Sie nur unter Mitwirkung einer Notarin oder eines Notars verkaufen.

Unternehmergesellschaft (UG)

Eine Unternehmergesellschaft, die sogenannte "Mini-GmbH", ist als Rechtsform geeignet, wenn Sie

  • Ihre Haftung beschr√§nken m√∂chten und
  • mit geringem Kapital auskommen (kleine Unternehmen oder Dienstleisterinnen und Dienstleister).

Sie k√∂nnen die UG mit einer Stammeinlage ab einem Euro gr√ľnden. Beachten Sie aber, dass sich das Stammkapital danach richtet, welchen Kapitalbedarf das Unternehmen f√ľr die beabsichtigte Gesch√§ftst√§tigkeit ben√∂tigt. Au√üerdem m√ľssen 25 Prozent des Gewinns so lange in die R√ľcklagen flie√üen, bis Sie das Mindeststammkapital von 25.000 Euro wie bei der GmbH aufgebracht haben. Das soll den Einstieg in eine "richtige" GmbH erleichtern. Sie m√ľssen die Firma unter der Bezeichnung "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr√§nkt)" oder "UG (haftungsbeschr√§nkt)" f√ľhren.

Wenn Sie eine Unternehmergesellschaft gr√ľnden wollen, m√ľssen Sie besondere Bestimmungen bei der Anmeldung beachten: Sie kann erst erfolgen, nachdem das gesamte Stammkapital eingezahlt ist. Sacheinlagen sind bei einer UG ausgeschlossen.

Weitere Unterschiede zur GmbH bestehen beim Jahresabschluss (Bildung einer R√ľcklage) und bei drohender Zahlungsunf√§higkeit. Ansonsten gelten dieselben gesetzlichen Bestimmungen wie bei einer GmbH.

Aktiengesellschaft (AG)

Der große Vorteil einer Aktiengesellschaft (AG) im Vergleich zur GmbH ist die einfache Beteiligung weiterer Gesellschafterinnen und Gesellschafter (Aktionärinnen und Aktionäre) am Unternehmen.

Daf√ľr bringt die AG h√∂here Anforderungen mit sich: Das Mindestkapital zur Gr√ľndung betr√§gt 50.000 Euro, die formalen Anforderungen sind strenger. Sie m√ľssen einen Vorstand und einen Aufsichtsrat bestellen. Der Vorstand muss aus mindestens einem Mitglied (z.B. der alleinigen Aktion√§rin oder dem alleinigen Aktion√§r), der Aufsichtsrat aus mindestens drei Mitgliedern bestehen.

Hinweis: Existenzgr√ľnder haben die M√∂glichkeit, als alleiniger Aktion√§r und Vorstand eine kleine AG allein zu gr√ľnden. Sie ben√∂tigen jedoch zus√§tzlich drei Aufsichtsr√§te und ein Mindestkapital von 50.000 Euro. Sie k√∂nnen weitere Anleger an Ihrem Vorhaben durch die Ausgabe von Aktien oder durch die Aufnahme von Kunden als Gesellschafter beteiligen. Die Aktien der Kleinen AG werden nicht an der B√∂rse gehandelt. Die Haftung der Kleinen AG gegen√ľber Vertragspartnern ist beschr√§nkt bis zur H√∂he des Gesellschaftsverm√∂gens.

Eingetragene Genossenschaft (e.G.)

Die Genossenschaft geh√∂rt weder zu den Personen- noch zu den Kapitalgesellschaften. Sie kann f√ľr Gr√ľndungsteams geeignet sein, dient aber vor allem als Kooperationsmodell f√ľr mittelst√§ndische Unternehmen.

Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von mindestens drei Mitgliedern zu einem gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb (z.B. Volks- und Raiffeisenbanken). Zweck der Genossenschaft ist es, den Erwerb oder die Wirtschaft der Mitglieder oder deren soziale oder kulturelle Belange zu fördern. Die Genossenschaft hat keine geschlossene Mitgliederzahl.

Ist die Genossenschaft im Genossenschaftsregister eingetragen, ist sie rechtsfähig und gilt als juristische Person. Sie erhält den Zusatz "e.G.".

Die Haftung der eingetragenen Genossenschaft ist grunds√§tzlich auf das Genossenschaftsverm√∂gen beschr√§nkt. Die Genossenschaftsmitglieder haften nicht pers√∂nlich. Das Genossenschaftsgesetz sieht aber eine unbeschr√§nkte Nachschusspflicht f√ľr die Genossenschaftsmitglieder vor. Nachschusspflicht ist die Verpflichtung, anteilsm√§√üig das bestehende Genossenschaftskapital zu erh√∂hen beziehungsweise f√ľr entstandene Verluste zu haften. Sie k√∂nnen sie jedoch durch die Genossenschaftssatzung beschr√§nken oder ganz ausschlie√üen.

F√ľr die Gr√ľndung einer eG muss eine Satzung ausgearbeitet werden. Der Baden-W√ľrttembergische Genossenschaftsverband e.V unterst√ľtzt Sie und wird dabei auch gemeinsam mit Ihnen eventuelle Schw√§chen in Ihrem Businessplan korrigieren. In der Satzung wird u.a. festgelegt,

  • wie hoch die Genossenschaftsanteile sind, die die Mitglieder einzahlen m√ľssen,
  • ob Sacheinlagen wieMaschinen zul√§ssig sind,
  • auf welche Weise die Generalversammlung einberufen wird.

Eine notarielle Beurkundung ist nicht notwendig, allerdings pr√ľft der regionale Genossenschaftsverband, ob die Voraussetzungen f√ľr eine Erfolg versprechende Gr√ľndung gegeben sind. Die eG muss im Genossenschaftsregister beim Amtsgericht eingetragen werden. Zudem ist sie Pflichtmitglied beim Pr√ľfungsverband der Genossenschaften.

Tipp: Ausf√ľhrliche Informationen zu den unterschiedlichen Rechtsformenfinden Sie auf der Seite des Bundesministeriums f√ľr Wirtschaft und Energie (BMWi).

Verfahren:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Finanz- und Wirtschaftsministerium hat ihn am 20.07.2016 freigegeben.

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72657 Altenriet

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Fax 07127 977649-49

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