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Ein Kind zur Adoption freigeben

Wenn Sie ein Kind zur Adoption freigeben, geben Sie alle Rechte und Pflichten als Eltern unwiderruflich auf. Bevor Sie eine so wichtige Entscheidung treffen, sollten Sie dies sehr sorgfĂ€ltig ĂŒberdenken und sich ausfĂŒhrlich beraten lassen.

Beratung und Vermittlung
Ärztinnen und Ärzte, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, JugendĂ€mter oder Beratungsstellen in freier und kommunaler TrĂ€gerschaft können Ihnen Perspektiven fĂŒr ein Leben mit Kind aufzeigen. Sie informieren Sie detailliert ĂŒber verschiedene unterstĂŒtzende Angebote. Hat sich aus solchen GesprĂ€chen die Adoption als fĂŒr Sie richtige Alternative herausgestellt, sollten Sie sich anschließend durch eine Adoptionsvermittlungsstelle ausfĂŒhrlich beraten lassen.
Sind Sie sich nach der Beratung bei einer Adoptionsvermittlungsstelle sicher, Ihr Kind zur Adoption freigeben zu wollen, beauftragen Sie diese, Adoptiveltern zu suchen. Sie können das Verfahren aktiv mitgestalten und zwischen einer offenen, halb offenen oder Inkognitoadoption wÀhlen.
UnabhĂ€ngig davon, ob Sie die Adoptiveltern persönlich kennenlernen oder schriftlichen Kontakt pflegen wollen, können Sie auf die Bewerberauswahl Einfluss nehmen. Außerdem können Sie beispielsweise festlegen, in welchem religiösen Glauben Ihr Kind erzogen werden soll.

Adoptionspflegschaft
Hat die Adoptionsvermittlungsstelle geeignete Eltern fĂŒr Ihr Kind gefunden, kommt das Kind mit Ihrer Zustimmung zu den Adoptiveltern. Dann spricht man von einer "Adoptionspflegschaft".

EinwilligungserklÀrung
Erst wenn Sie sich endgĂŒltig zur Freigabe entscheiden, mĂŒssen Sie eine EinwilligungserklĂ€rung bei einem Notar unterschreiben. Ihre Einwilligung wird dann notariell beurkundet. In der Regel reicht der Notar die EinwilligungserklĂ€rung beim Familiengericht ein. Sobald diese Einwilligung beim Familiengericht eingegangen ist und dadurch wirksam wird, ruht Ihr elterliches Sorge- und Umgangsrecht. Die gesetzliche Vertretung des Kindes liegt dann in der Regel beim Jugendamt. Nach dem Eingang der elterlichen Einwilligung beim Familiengericht kann diese Entscheidung nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden. Wenn Sie Ihr Kind zur Adoption freigeben, erlöschen all Ihre Rechte und Pflichten. Ihr Kind ist rechtlich gesehen nicht mehr mit Ihnen verwandt.

Sie können Ihr Kind jederzeit zur Adoption freigeben, frĂŒhestens aber acht Wochen nach der Geburt. SpĂ€ter gibt es keine zeitlichen EinschrĂ€nkungen, die Sie beachten mĂŒssen. Wichtig ist, dass beide Eltern der Freigabe zustimmen. Das gilt auch fĂŒr den Fall, dass ein Elternteil minderjĂ€hrig ist. Ist der Vater unbekannt, reicht die ErklĂ€rung der Mutter.
Die Einwilligung eines Elternteils kann unter bestimmten engen Voraussetzungen durch das Familiengericht ersetzt werden Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Elternteil seine Pflichten gegenĂŒber dem Kind anhaltend grob verletzt hat oder sein Verhalten gegenĂŒber dem Kind gezeigt hat, dass ihm das Kind gleichgĂŒltig ist und wenn das Unterbleiben der Adoption fĂŒr das Kind einen unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Nachteil darstellen wĂŒrde.

Neben der Einwilligung der Eltern ist die Einwilligung des Kindes erforderlich. Ein Kind ĂŒber 14 Jahre muss selbst in die Adoption einwilligen. Der gesetzliche Vertreter muss dieser Einwilligung zustimmen. FĂŒr ein Kind unter 14 Jahren kann nur der gesetzliche Vertreter einwilligen. Die EinwilligungserklĂ€rung des Kindes beziehungsweise der gesetzlichen Vertretung bedarf ebenfalls der notariellen Beurkundung.
Tipp: Bei der Stiefkindadoption und der Verwandtenadoption können Sie die ErklÀrung auch ohne vorhergehende Beratung der Adoptionsvermittlungsstelle abgegeben, da die Adoptiveltern schon feststehen.

Formelle Feststellung der Adoption
Die Adoption selbst wird rechtswirksam und endgĂŒltig, sobald das Familiengericht diese formell festgestellt hat und der Beschluss dem Annehmenden zugestellt ist.

Adoptionsgeheimnis
SpĂ€testens wenn das Kind 16 Jahre alt ist, darf das Kind auch ohne Zustimmung der Adoptiveltern nach seinen leiblichen Eltern forschen und Akteneinsicht bei der Adoptionsvermittlungsstelle verlangen. FĂŒr diesen Zweck können Sie dort Briefe oder Fotos fĂŒr Ihr Kind hinterlegen. Haben Sie sich aber entschieden, eine mögliche spĂ€tere Kontaktaufnahme zu verweigern, können Sie die Adoptionsvermittlungsstelle darauf hinweisen.

Hinweis: Adoptiveltern sind nicht verpflichtet, das Kind ĂŒber die Adoption aufzuklĂ€ren. Die Mitarbeiter der Adoptionsvermittlungsstelle empfehlen den Eltern aber dringend, mit ihrem Kind möglichst frĂŒh darĂŒber zu reden.

Tipp: Sie können sich jederzeit mit Fragen an Ihre Adoptionsvermittlungsstelle wenden. Dort erhalten Sie auf Wunsch auch Adressen von Selbsthilfegruppen abgebender Eltern.

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zustÀndigen Stellen. Das Sozialministerium hat ihn am 19.01.2017 freigegeben.

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Tel. 07127 977649-0
Fax 07127 977649-49

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