Gemeinde Altenriet

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Melde- und Zahlungspflichten

Wenn Sie jemanden einstellen wollen, mĂŒssen Sie zu Beginn der BeschĂ€ftigung bestimmte Schritte erledigen und Vorgaben erfĂŒllen:

  • Bei Einstellung des ersten BeschĂ€ftigten mĂŒssen Sie eine Betriebsnummer beim Betriebsnummernservice der Bundesagentur fĂŒr Arbeit beantragen. Die Betriebsnummer wird unter anderem fĂŒr die monatlichen Abrechnungen der SozialbeitrĂ€ge benötigt.
  • Wenn Sie erstmalig BeschĂ€ftigte einstellen, mĂŒssen Sie dies binnen einer Woche bei Ihrer Berufsgenossenschaft melden. Die Berufsgenossenschaften sind die TrĂ€ger der gesetzlichen Unfallversicherung.
  • Pflichtversicherte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in der gesetzlichen Sozialversicherung mĂŒssen Sie der zustĂ€ndigen Krankenkasse als Einzugsstelle melden.
  • Den Beginn des BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisses mĂŒssen Sie dem Finanzamt Ihrer BetriebsstĂ€tte mitteilen. An dieses Finanzamt mĂŒssen Sie die Lohnsteuer, eine eventuell zu entrichtende Kirchensteuer sowie der SolidaritĂ€tszuschlag bezahlen.

Private und öffentliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 ArbeitsplĂ€tzen mĂŒssen auf mindestens fĂŒnf Prozent dieser ArbeitsplĂ€tze schwerbehinderte Menschen beschĂ€ftigen. Daneben existieren erleichternde Sonderregelungen fĂŒr Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit weniger als 40 ArbeitsplĂ€tzen bzw. weniger als 60 ArbeitsplĂ€tzen. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, mĂŒssen Sie eine Ausgleichsabgabe zahlen. Daneben gibt es eine Vielzahl gesetzlicher Regelungen zum Schutz von schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wie etwa das Benachteiligungsverbot mit EntschĂ€digungsregelung oder der besondere KĂŒndigungsschutz.

Teilt Ihnen eine Arbeitnehmerin mit, dass sie schwanger ist, mĂŒssen Sie das dem RegierungsprĂ€sidium sofort melden. ZustĂ€ndig ist das RegierungsprĂ€sidium, in dessen Bezirk der Betrieb liegt. Es prĂŒft, ob das Mutterschutzrecht eingehalten wird.

Endet das ArbeitsverhĂ€ltnis, mĂŒssen Sie dies den Stellen, bei denen Sie die Arbeitnehmerin bzw. den Arbeitnehmer gemeldet haben, auch mitteilen.

Steuern

Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber mĂŒssen Sie bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn einbehalten, beim zustĂ€ndigen Finanzamt anzumelden und zu bezahlen:

  • die Lohnsteuer,
  • den SolidaritĂ€tszuschlag und
  • gegebenenfalls die Kirchensteuer

Die Höhe der AbzĂŒge können Sie entsprechend der Höhe des Lohnes und der Lohnsteuerklasse aus Tabellen ablesen oder mit speziellen Programmen ermitteln. Lohnsteuertabellen erhalten Sie im Buchhandel.

Unfallversicherung

Je nach Gewerbeart ist fĂŒr Ihre BeschĂ€ftigten eine der verschiedenen gewerblichen Berufsgenossenschaften zustĂ€ndig. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf Arbeits- und WegeunfĂ€lle sowie Berufskrankheiten.

Angaben ĂŒber die fĂŒr Ihr Unternehmen zustĂ€ndige Berufsgenossenschaft erhalten Sie beim Verband "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung".

Hinweis: Die BeitrĂ€ge fĂŒr die Unfallversicherung tragen Sie als Arbeitgeber alleine.

Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung

Sie als Arbeitgeber mĂŒssen

  • feststellen, ob Ihre BeschĂ€ftigten sozialversicherungspflichtig oder sozialversicherungsfrei sind.
  • die Meldungen an die Einzugsstellen abgeben (An- und Abmeldungen beziehungsweise VerĂ€nderungen mitteilen).
  • das beitragspflichtige Entgelt sowie den Gesamtsozialversicherungsbeitrag berechnen und abfĂŒhren.
  • die Lohnunterlagen fĂŒhren.

Die BeitrĂ€ge zur Sozialversicherung bestehen aus einem Arbeitgeber- und einem Arbeitnehmeranteil. Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag umfasst alle BeitrĂ€ge. Diesen mĂŒssen Sie an die Einzugsstellen ĂŒberweisen. Die Einzugsstellen entscheiden ĂŒber die Versicherungspflicht und Beitragshöhe in der Sozialversicherung. Einzugsstellen sind die jeweiligen Krankenkassen. Bei geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigungen ist es die Bundesknappschaft (Minijob-Zentrale).

Bestehen fĂŒr die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber oder Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer Unklarheiten, ob im Einzelfall eine versicherungspflichtige BeschĂ€ftigung vorliegt, können beide den Status feststellen lassen. Die Entscheidung ist fĂŒr alle Zweige der Sozialversicherung verbindlich.

Die Höhe der BeitrĂ€ge in der Sozialversicherung richtet sich nach dem Bruttoverdienst Ihrer BeschĂ€ftigten. Die Einkommensteile, die ĂŒber der Beitragsbemessungsgrenze liegen, bleiben unberĂŒcksichtigt. Die Beitragsbemessungsgrenze setzte das Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales jedes Jahr neu fest.

Höhe der BeitrÀge und Beitragsbemessungsgrenzen 2017:

  • Krankenversicherung
    Der allgemeine Beitragssatz liegt fĂŒr alle gesetzlichen Krankenkassen bei 14,6 Prozent.
    Dieser wird je zur HÀlfte von Arbeitgeber- und von BeschÀftigtenseite getragen; ein kassenspezifischer Zusatzbeitrag ist allein von der beschÀftigten Person zu tragen. Beitragsbemessungsgrenze: 52.200 Euro jÀhrlich
  • Rentenversicherung
    Der Beitragssatz betrÀgt 18,7 Prozent.
    Beitragsbemessungsgrenze:
    • allgemeine Rentenversicherung: 76.200 Euro jĂ€hrlich
    • Knappschaft-Bahn-See: 94.200 Euro jĂ€hrlich
  • Arbeitslosenversicherung
    Der Beitrag liegt bei 3 Prozent.
    Beitragsbemessungsgrenze: 76.200 Euro jÀhrlich
  • Pflegeversicherung
    Der Beitrag betrÀgt derzeit 2,8 Prozent. Wenn Sie Kinder haben, liegt er bei 2,55% Prozent.
    Beitragsbemessungsgrenze: 52.200 Euro jÀhrlich

Die Höhe der BeitrĂ€ge fĂŒr speziellen Arbeitsformen kann davon abweichen. Im Gegensatz zum Regelfall der sozialversicherungspflichtigen BeschĂ€ftigung sind Minijobs und kurzfristige Minijobs nur in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Eine kurzfristige BeschĂ€ftigung liegt beispielsweise vor, wenn die TĂ€tigkeit nicht lĂ€nger als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr dauert. Dies ist z.B. bei Aushilfen oder Ferienjobs der Fall.

Wird die BeschĂ€ftigung berufsmĂ€ĂŸig ausgeĂŒbt und ĂŒbersteigt das Arbeitsentgelt 450 Euro im Monat, liegt eine sozialversicherungspflichtige TĂ€tigkeit vor.

BerufsmĂ€ĂŸig wird eine BeschĂ€ftigung beispielsweise ausgeĂŒbt, wenn

  • sie fĂŒr die Arbeitnehmerin bzw. den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist oder
  • sich die BeschĂ€ftigungen ĂŒber 450 Euro wiederholen und lĂ€nger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr andauern.

Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber sollten Sie im Zweifelsfall sicherstellen, dass keine weitere BeschÀftigung bei einer anderen Arbeitgeberin oder einem anderen Arbeitgeber besteht.

Hinweis: Die VersicherungstrĂ€ger können nach vorheriger AnkĂŒndigung eine PrĂŒfung ĂŒber die Richtigkeit der Beitragsberechnungen und -abfĂŒhrungen bei Ihnen vornehmen.

Verfahren:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zustÀndigen Stellen. Das Wirtschaftsministeriumund das Finanzministerium, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Karlsruhe, hat ihn am 11.08.2017 freigegeben.

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Tel. 07127 977649-0
Fax 07127 977649-49

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