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Luftreinhaltung

Intensive Landwirtschaft, Heizungsanlagen sowie Schadstoffemissionen durch Verkehr und Industrieanlagen gehören zu den Hauptverursachern von Luftverschmutzung.

Auswirkungen der Luftverschmutzung waren in der Vergangenheit etwa das Waldsterben durch sauren Regen oder die Entwicklung von Smog, besonders √ľber Gro√üst√§dten. Zwar konnte die Belastung durch Schadstoffe in der Luft in den letzten Jahren reduziert werden, dennoch sind weitere Ma√ünahmen zur Senkung der Ozonwerte und der Belastung durch Feinstaub und Stickoxide n√∂tig.

Luftschadstoffe

Substanzen, die die Atemluft belasten, sind zum Beispiel Stickstoffoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO), Ozon (O3) und Feinstaub (PM10 beziehungsweise PM2,5). In den folgenden Abschnitten erfahren Sie Näheres zu diesen Schadstoffen und wie Sie selbst zur Verbesserung der Luftqualität beitragen können:

Stickstoffoxide - NOx

Stickstoffoxide, vor allem Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), werden zum größten Teil durch den Straßenverkehr verursacht, entstehen aber auch als Abgase von Industrieanlagen oder von Kraft- und Fernheizwerken. Stickstoffoxide schädigen die Atemwege. Sie sind an der Bildung von Feinstaub und bodennahem Ozon beteiligt.

Seit 1. Januar 2010 gelten europaweit Grenzwerte f√ľr Stickstoffdioxid (NO2). Der zul√§ssige Jahresmittelwert betr√§gt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der zugelassene Stundenmittelwert betr√§gt 200 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser darf h√∂chstens 18 mal im Jahr √ľberschritten werden.

Ammoniak

Ammoniak (NH3) entsteht durch den mikrobiellen Abbau von abgestorbenen Pflanzen, tierischen Exkrementen sowie anderen stickstoffhaltigen organischen Materialien. Den gr√∂√üten Anteil der Ammoniakfreisetzung verursachen mit rund 90 Prozent die Intensivtierhaltungen (insbesondere die Rinderhaltung) durch die direkten Emissionen der Tierst√§lle, aber auch durch Lagerung und Ausbringung von G√ľlle oder Festmist. Als nicht landwirtschaftliche Quelle ist der Verkehr zu nennen.

Das freigesetzte Ammoniak reagiert mit den in der Atmosph√§re vorhandenen S√§uren wie Schwefel- oder Salpeters√§ure. Dabei entstehen Ammonium und seine Salze, die zur Bildung von sekund√§ren anorganischen Aerosolen als Bestandteil des Feinstaubs beitragen. Diese Ammoniumsalze werden √ľber weite Strecken transportiert und gelangen in so in weit entfernte Regionen.

Schwefeldioxid - SO2

Schwefeldioxid entsteht bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie zum Beispiel Kohle und Erd√∂l. Die SO2-Emissionen konnten in den letzten 20 Jahren um knapp 90 Prozent reduziert werden. Dies ist vor allem durch die Einf√ľhrung schwefelarmer Brenn- und Treibstoffe sowie durch die Ausr√ľstung von gro√üen Industrieanlagen mit Abluftreinigungsanlagen gelungen.

Kohlenmonoxid - CO

Kohlenmonoxid entsteht, wenn organische Stoffe wie beispielsweise Holz, Kohle oder √Ėl unvollst√§ndig verbrennen. Auch Zigarettenrauch enth√§lt Kohlenmonoxid. Durch den Einsatz von Katalysatoren konnte der Aussto√ü von Kohlenmonoxid durch den Stra√üenverkehr stark reduziert werden.

Hinweis: In Wohnräumen besteht die Gefahr, dass durch die Heizungsanlage Kohlenmonoxid entweicht. Lassen Sie deshalb Ihre Heizungsanlage regelmäßig vom Schornsteinfeger oder einem Fachbetrieb des Heizungsgewerbes kontrollieren.

Ozon - O3

Ozon tritt vor allem in der Erdatmosph√§re in einer H√∂he von √ľber 10 Kilometern auf. Die Ozonschicht schirmt die Erde vor der Ultraviolettstrahlung der Sonne ab.

In Bodenn√§he tritt ebenfalls Ozon auf, das aus Sauerstoff und Luftverunreinigungen, vor allem aus dem Stra√üenverkehr, gebildet wird. Dieser Prozess wird durch Sonnenstrahlen und warme Temperaturen beg√ľnstigt und die Ozonkonzentration in der Luft steigt an. Bei hohen Ozonwerten kann es zu Reizungen der Atemwege und zu Kopfschmerzen kommen. Vermeiden Sie es, w√§hrend hoher Ozonkonzentration Sport zu treiben oder aktiv im Freien zu arbeiten.

Tipp: Aktuelle Ozonwerte f√ľr Baden-W√ľrttemberg k√∂nnen Sie auf den Seiten der Landesanstalt f√ľr Umwelt, Messungen und Naturschutz abrufen. Bundesweite Ozonwerte finden Sie im Internet auf den Seiten des Umweltbundesamtes. Falls diese √ľber 180 Mikrogramm pro Kubikmeter steigen, werden die B√ľrger √ľber die Medien informiert.

Seit dem Jahr 2010 betr√§gt der Zielwert f√ľr Ozon 120 Mikrogramm pro Kubikmeter, der an h√∂chstens 25 Tagen im Jahr √ľberschritten werden darf.

Feinstaub PM10

Feinstaubpartikel PM10 haben eine aerodynamische Form mit einem Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer und können deshalb eingeatmet werden und die Atemwege belasten.

Seit 1. Januar 2005 gelten europaweit Grenzwerte f√ľr Feinstaub PM10. Im Jahresdurchschnitt darf ihr Anteil nicht √ľber 40 Mikrogramm pro Kubikmeter ansteigen. Der zugelassene Tagesmittelwert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser darf an h√∂chstens 35 Tagen im Jahr √ľberschritten werden.

Seit dem Jahr 2015 gilt auch f√ľr Feinstaub PM2,5 ein Immissionsgrenzwert. Im Jahresdurchschnitt darf der Wert f√ľr ultrafeinen Staub 25 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht √ľbersteigen.

In vielen deutschen St√§dten werden die Grenzwerte allerdings h√§ufiger √ľberschritten. Um die Situation zu verbessern, wurden unter anderem sogenannte Umweltzonen eingerichtet. In diesen Zonen d√ľrfen nur Fahrzeuge fahren, die √ľber eine Feinstaubplakette verf√ľgen.

Informationen zur Feinstaubplakette finden Sie in unseren Verfahrensbeschreibungen und zum Ausstoß von CO2 im Kapitel "Klimaschutz".

Tipp: Einen einfachen √úberblick √ľber die Belastung der Luft in Baden-W√ľrttemberg mit diesen Luftschadstoffen bietet die Seite der Landesanstalt f√ľr Umwelt, Messungen und Naturschutz.

Emissionen einsparen

Ein großer Teil der Luftschadstoffe wird durch Industrieunternehmen, den Kfz-Verkehr und durch private Heizungen verursacht. Daher können auch Sie zu einer Verbesserung der Atemluft beitragen, beispielsweise indem Sie

  • unn√∂tige Autofahrten vermeiden und beim Kauf eines neuen Autos auf niedrige Abgaswerte achten,
  • mehr √∂ffentliche Verkehrsmittel benutzen,
  • Energie sparen, sei es durch Energiesparlampen, eine gute W√§rmed√§mmung oder effiziente Elektroger√§te,
  • regionale Produkte einkaufen. Gerade Obst, Gem√ľse, Milch und Fleisch verursachen viele Emissionen durch lange Transportwege.

Hinweis: Wenn es in Ihrem Umfeld zu Schall- oder Geruchsemissionen durch eine Industrieanlage kommt, k√∂nnen Sie sich dar√ľber beschweren. Einzelheiten dazu finden Sie in unserer Verfahrensbeschreibung.

Verfahren:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zust√§ndigen Stellen. Das Ministerium f√ľrVerkehr und Infrastruktur hat ihn am 10.11.2015 freigegeben.

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Fax 07127 977649-49

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