Gemeinde Altenriet

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Arbeitsvertrag

Ein Arbeitsvertrag ist grunds√§tzlich formfrei. Er kann also auch m√ľndlich abgeschlossen werden.

Sp√§testens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverh√§ltnisses m√ľssen Sie die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederlegen, die Niederschrift unterzeichnen und der besch√§ftigten Person aush√§ndigen.

Achtung: Handelt es sich um ein befristetes Arbeitsverh√§ltnis, m√ľssen Sie dies vor Beginn der Besch√§ftigung schriftlich vereinbaren, ansonsten haben Sie den Arbeitsvertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen.

In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:

  1. der Name und die Anschrift der Vertragsparteien
  2. der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses
  3. bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses
  4. der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, dass er oder sie an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann
  5. eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der zu leistenden Arbeit
  6. die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit
  7. die vereinbarte Arbeitszeit
  8. die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
  9. die K√ľndigungsfristen
  10. ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.

Besonderheiten gelten f√ľr Besch√§ftigte,

  • im Rahmen eines Praktikantenverh√§ltnisses oder
  • die ihre Arbeitsleistung l√§nger als einen Monat au√üerhalb der Bundesrepublik Deutschland erbringen.

Sofern ein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen worden ist, der die o.g. Angaben enthält, besteht keine Verpflichtung diese zusätzlich schriftlich niederzulegen.

Bei der Erstellung des Arbeitsvertrags gilt grunds√§tzlich Gestaltungsfreiheit, allerdings eingeschr√§nkt durch vorrangige Gesetze (z.B. Arbeitszeitgesetz), Tarifvertr√§ge und Betriebs- oder Dienstvereinbarungen. Sind Sie selbst Tarifvertragspartei oder Mitglied in einem Arbeitgeberverband, m√ľssen Sie die tariflich ausgehandelten Bedingungen f√ľr alle gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter anwenden.

Hinweis: Auch sonst können Sie ausnahmsweise an einen Tarifvertrag gebunden sein. Das ist dann der Fall, wenn eine Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) ausgesprochen wurde.

Bei der Einstellung von neuem Personal ist es oftmals sinnvoll, zunächst eine Probephase zu vereinbaren. Sie soll dem Arbeitgeber und der beschäftigten Person die Möglichkeit geben, sich kennenzulernen. In dieser Probezeit kann das Arbeitsverhältnis erleichtert aufgelöst werden.

Die Probezeitvereinbarung kann dabei in zwei Arten durchgef√ľhrt werden:

  • unbefristeter Arbeitsvertrag mit einer ausdr√ľcklichen Probezeit von bis zu sechs Monaten. Dabei kann das Arbeitsverh√§ltnis mit einer K√ľndigungsfrist von zwei Wochen gek√ľndigt werden.
  • befristetes Arbeitsverh√§ltnis f√ľr die Dauer der Probezeit als echtes Probearbeitsverh√§ltnis. Dieses endet dann nach Zeitablauf automatisch. Die Befristung muss sich aus der Vereinbarung deutlich ergeben.

Soll das Arbeitsverh√§ltnis nach Ablauf der Befristung weiter bestehen, ist grunds√§tzlich der Abschluss eines neuen Arbeitsvertrags erforderlich. Wird die T√§tigkeit jedoch mit Wissen des Arbeitgebers stillschweigend fortgef√ľhrt, gilt es als auf unbestimmte Zeit geschlossen, sofern nicht der Arbeitgeber sofort widerspricht. Daher m√ľssen Sie als Arbeitgeber der Arbeitsaufnahme Ihrer bisherigen Mitarbeiterin oder Ihres bisherigen Mitarbeiters widersprechen, sofern das Arbeitsverh√§ltnis nicht fortgef√ľhrt werden soll.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrer berufsst√§ndischen Organisation wiez.B. der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer nach Mustern f√ľr Arbeitsvertr√§ge f√ľr Ihre Branche.

Hinweis: Wenn Sie als Arbeitgeber die Tätigkeit der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers sehr detailliert im Arbeitsvertrag beschreiben, verringern Sie Ihre Möglichkeit, im Rahmen Ihres Weisungsrechts Arbeitsinhalte neu zu gestalten. Sie können beispielweise in den Arbeitsvertrag eine Klausel aufnehmen, die Sie als Arbeitgeber berechtigt, die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer an verschiedenen Orten einzusetzen oder auch andere zumutbare und der jeweiligen Qualifikation entsprechende Tätigkeiten zuzuweisen.

Achtung: √Ąnderungen im Arbeitsvertrag k√∂nnen Sie nicht einseitig beschlie√üen. Dazu m√ľssen Sie eine √Ąnderungsk√ľndigung aussprechen.

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Wirtschaftsministerium hat ihn am 31.07.2017 freigegeben.

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