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Hinzuverdienst und Nebeneink√ľnfte bei der Rente

Bei einer vorzeitigen Altersrente und bei Renten wegen verminderter Erwerbsf√§higkeit m√ľssen Sie die Hinzuverdienstgrenzen beachten. Haben Sie h√∂here Nebeneink√ľnfte, wird die Rente nur als Teilrente gezahlt. Unter Umst√§nden kann die vorzeitige Altersrente sogar ganz entfallen beziehungsweise die Rente wegen verminderter Erwerbsf√§higkeit in voller H√∂he ruhen.

Die Hinzuverdienstgrenze vor Erreichen der Regelaltersgrenze betr√§gt 6.300 Euro im Kalenderjahr. Dies gilt einheitlich f√ľr:

  • die volle Altersrente und
  • die Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird die jährliche Hinzuverdienstgrenze individuell berechnet. Sie orientiert sich vereinfacht gesagt an Ihrem höchsten beitragspflichtigen Jahreseinkommen der letzten 15 Jahre. Mindestens liegt sie im Jahr 2017 bei 14 458,50 Euro jährlich.

Der √ľber die Hinzuverdienstgrenze hinausgehende Verdienst wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Rechnet man die gek√ľrzte Rente und den Hinzuverdienst zusammen und liegt dieser Betrag √ľber Ihrem h√∂chsten Einkommen der letzten 15 Jahre, wird der dar√ľber liegende Betrag zu 100 Prozent auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Achtung: Sie m√ľssen w√§hrend des Rentenbezugs den zust√§ndigen Rentenversicherungstr√§ger √ľber Ihre Eink√ľnfte aus einer Besch√§ftigung oder selbst√§ndigen T√§tigkeit schriftlich informieren. Dies gilt solange, bis Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben.

Die Deutsche Rentenversicherung stellt eine Prognose auf, welchen Hinzuverdienst Sie voraussichtlich im laufenden und im folgenden Kalenderjahr haben werden. Einmal im Jahr wird Ihr Hinzuverdienst r√ľckwirkend √ľberpr√ľft.

Hinweis: Um Nachteile zu vermeiden, gibt es f√ľr Rentnerinnen und Rentner, die √ľber den 30.06.2017 hinaus eine Rente erhalten, eine Vertrauensschutzregelung: Das alte und das neue Hinzuverdienstrecht werden miteinander verglichen und die f√ľr Sie g√ľnstigere Regelung angewendet.

Berechnungsbeispiel:

  • Monatsbetrag Altersvollrente = 1.370 Euro
  • Kalenderj√§hrlicher Hinzuverdienst = 24.000 Euro
  • H√∂chster Entgeltpunktwert in den letzten 15 Kalenderjahren 0,7500 Entgeltpunkte (= 75 % eines kalenderj√§hrlichen Durchschnittverdienstes)

Der kalenderj√§hrliche Hinzuverdienst von 24.000 Euro √ľbersteigt die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro um 17.700 Euro. Aus dem √ľbersteigenden Jahresbetrag errechnet sich ein Monatsbetrag von 1.475 Euro (17.700 Euro geteilt durch 12). Dieser Betrag wird zu 40 Prozent (1.475 Euro mal 40 Prozent = 590 Euro) und damit in H√∂he von 590 Euro von der Vollrente abgezogen: 1.370 Euro minus 590 Euro = 780 Euro.

Berechnung des Hinzuverdienstdeckels:

Höchster Entgeltpunktwert aus den letzten 15 Kalenderjahren vor Rentenbeginn = 0,7500 Entgeltpunkte mal monatliche Bezugsgröße 2017 = 2.975 Euro = 2.231,25 Euro.

Der Mindesthinzuverdienstdeckel (ein Zw√∂lftel von 6.300 Euro = 525 Euro plus die Altersvollrente von 1.370 Euro =) von 1.895 Euro ist niedriger. Der h√∂here Betrag von 2.231,25 Euro ist als Hinzuverdienstdeckel zu ber√ľcksichtigen.

In einem weiteren Schritt ist zu pr√ľfen, ob die Summe aus dem so errechneten Teilrentenbetrag (780 Euro) und einem Zw√∂lftel des kalenderj√§hrlichen Hinzuverdienstes in H√∂he von 2.000 Euro (24.000 Euro geteilt durch 12) den Hinzuverdienstdeckel √ľberschreitet. Mit (780 Euro plus 2.000 Euro =) insgesamt 2.780 Euro wird der Hinzuverdienstdeckel (2.231,25 Euro) um 589,75 Euro √ľberschritten. Dieser √ľberschreitende Betrag (589,75 Euro) wird von dem bisher ermittelten Teilrentenbetrag (780 Euro) in voller H√∂he abgezogen und es ergibt sich damit ein Teilrentenanspruch in H√∂he von 231,25 Euro.

Bei der einmal j√§hrlichen √úberpr√ľfung wird zun√§chst das erwartete Einkommen mit dem Freibetrag von 6300 Euro verglichen und die Rente dann f√ľr die Zeit vom 1. Juli desselben und vom 1. Januar des kommenden Jahres an festgesetzt.

Sollte der voraussichtliche kalenderjährliche Hinzuverdienst sich um mindestens 10 % ändern, können Sie beantragen, die Prognose abzuändern.

Im Folgejahr vergleicht man zum 1. Juli die Prognose mit dem tats√§chlich von Ihnen erzielten Hinzuverdienst centgenau (‚ÄěSpitzabrechnung"). Ergibt sich nun eine √úberzahlung, m√ľssen Sie diese zur√ľckzahlen. War die Rente bisher zu niedrig festgesetzt, bekommen Sie die Nachzahlung ausgezahlt. Zu diesem Zeitpunkt wird f√ľr die kommenden zw√∂lf Monate eine neue Prognose gestellt.

Erhalten Sie eine Witwen- oder Witwerrente oder eine Erziehungsrente?

F√ľr die Hinterbliebenenrente werden s√§mtliche Einnahmen zusammengerechnet, z. B. Einnahmen aus einem Minijob und die eigene Rente. √úbersteigen Ihre Gesamteink√ľnfte den entsprechenden Freibetrag, wird die Witwen- oder Witwerrente oder Erziehungsrente gek√ľrzt. Dies gilt auch, wenn Sie bereits die Regelaltersgrenze erreicht haben.

Bei Waisenrenten werden keine Eink√ľnfte angerechnet.

Tipp: Erkundigen Sie sich vor Aufnahme einer Besch√§ftigung beim Rentenversicherer, ob sich dadurch Auswirkungen auf Ihre Rente ergeben. Nur so vermeiden Sie unliebsame √úberraschungen wie eine r√ľckwirkende Rentenminderung und R√ľckforderung.

Verfahren:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zust√§ndigen Stellen. Die Deutsche Rentenversicherung Baden-W√ľrttemberg hat ihn am 22.08.2017 freigegeben.

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72657 Altenriet

Tel. 07127 977649-0
Fax 07127 977649-49

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