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Berufskrankheit feststellen lassen

Berufskrankheiten sind Erkrankungen, die dadurch entstehen, dass Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit in höherem Maße gesundheitsschädlichen Einwirkungen ausgesetzt sind als der Rest der Bevölkerung. Diese Auswirkungen können z.B. bestimmte Chemikalien, physikalische Einwirkungen wie Lärm und schwere Lasten oder Krankheitserreger sein.

Wenn Sie vermuten, dass Ihre Erkrankung berufsbedingt ist, muss zuerst geklärt werden, ob Ihre Krankheit als Berufskrankheit anerkannt werden kann. Nicht bei jeder Erkrankung ist das möglich.

Wenn Sie an einer Berufskrankheit leiden, haben Sie Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Zu diesen Leistungen gehören beispielsweise:

  • Behandlungskosten
  • Kosten f√ľr notwendige Umgestaltungen des Arbeitsplatzes
  • Rente
    Eine Rente wird allerdings nur gezahlt, wenn die Sch√§digung eine bestimmte Schwelle (MdE) √ľbersteigt.
  • Umschulungsma√ünahmen

Hinweis: Wenn eine Krankheit nicht als Berufskrankheit anerkannt wird, werden die notwendigen medizinischen Leistungen von der Krankenversicherung und etwaige Rentenleistungen von der gesetzlichen Rentenversicherung erbracht.

Generelle Zuständigkeit:

f√ľr die Entscheidung √ľber die Anerkennung als Berufskrankheit: die Institutionen, die auch Entsch√§digungsleistungen zu erbringen haben - diese sind

  • die gewerblichen und landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften
  • die Unfallversicherungstr√§ger der √∂ffentlichen Hand

Voraussetzungen:

Der behandelnde Arzt oder die behandelnde √Ąrztin, der Unternehmer bzw. die Unternehmerinoder die Krankenkasse meldet Ihre vermutliche Berufskrankheitan die Berufsgenossenschaft.

Hinweis: Bei einigen in der Liste aufgef√ľhrten Erkrankungen (z.B. Haut-, Asthma- und Wirbels√§ulenerkrankungen oder Sehnenscheidenentz√ľndung) setzt die Anerkennung als Berufskrankheit voraus, dass die sch√§digende T√§tigkeit aufgegeben wurde.

Ablauf:

√Ąrztinnen und √Ąrzte,Unternehmerinnen und Unternehmersind verpflichtet, den Verdacht auf eine Berufskrankheit der Berufsgenossenschaft zu melden.

Alle anderen (z.B. Betroffene, Angehörige des Betroffenen oder Arbeitskollegen) haben das Recht, den Verdacht auf eine Berufskrankheit zu melden. Es ist ratsam, den behandelnden Arzt zu bitten, die Meldung vorzunehmen.

Die Berufsgenossenschaft informiert das Landesgesundheitsamt √ľber den Verdacht.

Im weiteren Verfahren m√ľssen zwei Fragen beantwortet werden:

  • Besteht ein Zusammenhang zwischen der T√§tigkeit und der sch√§digenden Einwirkung? Dazu wird Ihre Arbeitsgeschichte erhoben. Dabei soll nachgewiesen werden, welchen Belastungen Sie w√§hrend Ihres Arbeitslebens ausgesetzt waren. Geschehen kann das durch Frageb√∂gen, die an die Betriebe, bei denen Sie besch√§ftigt waren, versendet werden, aber auch durch pers√∂nliche Befragungen oder durch das Einsehen von Unterlagen. In der Regel sollten alle ma√ügebenden Personen (z.B. Betriebsarzt, Betriebsrat, Sicherheitsbeauftragte, Arbeitskollegen) miteinbezogen werden. Auch Sie selbst k√∂nnen eine Stellungnahme abgeben, die so detailliert wie m√∂glich sein sollte und die Arbeitsbelastungen von Kollegen am selben Arbeitsplatz einbeziehen kann. Die Unterlagen √ľber die Erhebung der Arbeitsgeschichte bilden die Grundlage f√ľr das anschlie√üende medizinische Gutachten. Achten Sie deshalb darauf, dass keine falschen Angaben gemacht werden und alle Angaben vollst√§ndig sind. Kommt die Erhebung zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen der T√§tigkeit und der sch√§digenden Einwirkung besteht, ist das Verfahren beendet und Sie erhalten einen Ablehungsbescheid.
  • Hatdie sch√§digende Einwirkung die Krankheit hervorgerufen? Das stellt eine Gutachterin oder ein Gutachterfest. Die Berufsgenossenschaft muss Ihnen mehrere medizinische Gutachter zur Auswahl stellen. Sie k√∂nnen auch selbst einen Gutachter vorschlagen. Die Berufsgenossenschaft muss sich nicht an Ihren Vorschlag halten.Zum Gutachtertermin d√ľrfen Sie sowohl eine Vertrauensperson als auch - wenn n√∂tig - einen Dolmetscher mitbringen. Das Gutachten wird an die zust√§ndige Berufsgenossenschaft √ľbermittelt. Sie erhalten auf Wunsch eine Kopie davon. √úberpr√ľfen Sie, ob alle Angaben vollst√§ndig und richtig sind. Sollten Sie M√§ngel entdecken, k√∂nnen Sie diese der Berufsgenossenschaft schriftlich mitteilen. Zus√§tzlich kann die Berufsgenossenschaft auch ein Gutachten des Landesgesundheitsamtes erhalten haben, da sich Gewerbe√§rzte im Landesgesundheitsamt als √§rztliche Sachverst√§ndige zu einzelnen Berufskrankheiten √§u√üern k√∂nnen. DerRentenausschuss der Berufsgenossenschaft erkennt aufgrund dieser Unterlagen die Krankheit als Berufskrankheit an oder lehnt Ihren Antrag ab.

Sonstiges:

Ausf√ľhrliche Informationen √ľber Berufskrankheiten und das Feststellungsverfahren finden Sie im Informationsblatt "Berufskrankheiten - was Sie dar√ľber wissen sollten" des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Der Gewerbearzt ist Teil eines Netzwerks von staatlichen, körperschaftlichen (z.B. Berufsgenossenschaften) und betrieblichen Stellen. Mehr dazu finden Sie im Kapitel "Staatlicher Gewerbearzt" auf den Internetseiten des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Rechtsgrundlage:

Lebenslagen:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Sozialministerium hat ihn am 29.06.2015 freigegeben.

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Tel. 07127 977649-0
Fax 07127 977649-49

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