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Elterngeld beantragen

Sie können zwischen dem Elterngeld und dem ElterngeldPlus wählen oder beides kombinieren.

So kann beispielsweise eine Mutter oder ein Vater zehn Monate Basis-Elterngeld und anschließend vier Monate Elterngeld Plus beziehen. Zusätzlich können Sie einen Partnerschaftsbonus beantragen.

Dauer

  • Ein Elternteil alleine muss mindestens zwei Monate und kann maximal 12 Monate Elterngeld erhalten. Eine Besonderheit gilt f√ľr Alleinerziehende. Sie k√∂nnen 14 Monate Elterngeld beantragen, wenn sie die Voraussetzungen f√ľr den Entlastungsbetrag f√ľr Alleinerziehende erf√ľllen und der andere Elternteil weder mit ihm noch mit dem Kind in einer Wohnung lebt. Dies gilt auch, wenn
    • mit der Betreuung durch den anderen Elternteil eine Gef√§hrdung des Kindeswohls verbunden w√§re oder
    • die Betreuung durch den anderen Elternteil unm√∂glich ist, insbesondere weil er wegen einer schweren Krankheit oder Schwerbehinderung sein Kind nicht betreuen kann.
  • Beide Eltern k√∂nnen insgesamt 14 Monate Elterngeld erhalten, wenn beide Elternteile jeweils mindestens zwei Monate Elterngeld beantragen.
  • Die 14 Monate k√∂nnen die Eltern auch unter sich aufteilen. Beispiel: Ein Elternteil erh√§lt 4 und der andere 8 Monate Elterngeld.
  • Beide Elternteile k√∂nnenauch gleichzeitig Elterngeld erhalten.

Monate, in denen Sie Mutterschaftsleistungen erhalten, gelten immer als Elterngeldmonate.

Kein Elterngeld erhalten Sie als Alleinerziehende, wenn Ihr versteuerndes Jahreseinkommen √ľber 250.000 Euro liegt. Das gleiche gilt f√ľr Ehepaare, die mehr als 500.000 Euro im Jahr versteuern.

Höhe

Sie erhalten monatlich bis zu 67 Prozent Ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Kalendermonate vor dem Geburtsmonat des Kindes, maximal 1.800 Euro.

F√ľr geringverdienende Eltern mit einem um bestimmte Ausgaben bereinigten Nettoeinkommen unter 1.000 Euro erh√∂ht sich die Ersatzrate in kleinen Schritten von 67 Prozent auf bis zu 100 Prozent.

Mehrlingsgeburten und Geschwisterbonus

  • Mehrlingsgeburten: F√ľr jedes weitere Kind erhalten Sie zus√§tzlich 300 Euro.
  • Geschwisterbonus: F√ľr jedes weitere Kind unter drei Jahren, das in Ihrem Haushalt lebt, erhalten Sie zus√§tzlich 10% des Elterngeldes, mindestens 75 Euro.

Hinweis: Bei drei und mehr Kindern im Haushalt gen√ľgt es, wenn mindestens zwei Kinder unter sechs Jahre alt sind.

Generelle Zuständigkeit:

die Landeskreditbank Baden-W√ľrttemberg (L-Bank)

Voraussetzungen:

  • Sie haben Ihren Wohnsitz in Deutschland oder halten sich hier gew√∂hnlich auf.
  • Ihr Kind lebt bei Ihnen und Sie betreuen es selbst.
  • Sie arbeiten w√§hrend des Bezugs von Elterngeld nicht mehr als 30 Stunden pro Woche.

Hinweis: In Ausnahmef√§llen kann sich auch ein Elterngeldanspruch bei einem Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der EU, des EWR oder der Schweiz ergeben. N√§here Informationen hierzu finden Sie im Merkblatt der L-Bank "Allgemeine Hinweise zum Elterngeld f√ľr Familien mit Wohnsitz oder Erwerbst√§tigkeit au√üerhalb Deutschlands".

Unterlagen:

  • Geburtsurkunde des Kindes im Original
  • Einkommensnachweis (Lohn- und Gehaltsabrechnungen bei Nichtselbst√§ndigen oder Steuerbescheid f√ľr den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum bei Selbst√§ndigen)
  • Best√§tigung des Arbeitgebers, falls Sie teilzeitbesch√§ftigt sind beziehungsweise Erkl√§rung √ľber Ihre Arbeitszeit, falls Sie selbst√§ndig sind
  • Bescheinigung der Krankenkasse √ľber das Mutterschaftsgeld
  • bei Antrag des Elterngeldes f√ľr 14 Monate: zus√§tzlich
    • Nachweis, dass der andere Elternteil zwei Monate davon in Anspruch nimmt, oder
    • Nachweis, dass Sie alleinerziehend sind, das alleinige Sorgerecht beziehungsweise das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht f√ľr Ihr Kind haben und der andere Elternteil nicht mit Ihnen und dem Kind in der gleichen Wohnung lebt
  • Die zust√§ndige Stelle kann weitere Unterlagen verlangen, z.B. eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers √ľber dessen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld

Ablauf:

Beantragen Sie das Elterngeld schriftlich mit dem vorgesehenen Formular. Es steht im Internet zum Download bereit. Alternativ halten die St√§dte und Gemeinden den Antrag und die dazugeh√∂rigen Hinweisbl√§tter f√ľr Sie bereit.

Legen Sie im Antrag fest, wer von den beiden Eltern wann das Elterngeld beziehen m√∂chte. Bei gemeinsamer Beantragung m√ľssen beide Eltern unterschreiben.

Sie k√∂nnen auch jeder f√ľr sich einen Antrag stellen. Dann muss jeder Elternteil in seinem jeweiligen Antrag angeben, f√ľr wie viele und welche Lebensmonate des Kindes er Elterngeld beansprucht.

Nach erfolgreicher Pr√ľfung erhalten Sie einen Bescheid.

Die Bundeskasse √ľberweist das Elterngeld-Plus anschlie√üend an jedem ersten Tag jedes Lebensmonats Ihres Kindes, nicht jeden Monatsersten.

Beispiel: Ist Ihr Kind am 15. geboren, √ľberweist die Bundeskasse das Geld am 15. jeden Monats.

In der Regel geht es 2 bis 3 Bankarbeitstage später auf Ihrem Konto ein.

Weder kann der Auszahlungstermin geändert noch ein Einmalbetrag ausgezahlt werden.

Eine √Ąnderung des Auszahlungstermins oder eine Auszahlung als Einmalbetrag sind nicht m√∂glich.

Hinweis: Sie k√∂nnen die Bezugsdauer des Elterngeldes einmalig ohne Begr√ľndung sowie in weiteren Ausnahmef√§llen √§ndern.

Ergeben sich w√§hrend der Bezugsmonate √Ąnderungen, beispielsweise weil Sie Ihre w√∂chentliche Arbeitszeit erh√∂hen oder reduzieren, m√ľssen Sie dies der zust√§ndigen Stelle mitteilen. Ob Ihnen durch die √Ąnderung noch zus√§tzliches Elterngeld zusteht oder ob Sie Elterngeld zur√ľckzahlen m√ľssen, entscheidet sich erst nach der gesamten Bezugsdauer.

Kosten:

keine

Frist:

Beantragen Sie das Elterngeld rechtzeitig. R√ľckwirkend k√∂nnen Sie es nur f√ľr maximal drei Lebensmonate erhalten.

Entscheidend ist das Eingangsdatum bei der Elterngeldstelle.

Sonstiges:

Bei der f√ľr das Elterngeld ma√ügeblichen Einkommensberechnung zieht die zust√§ndige Stelle pauschale Betr√§ge f√ľr Lohnsteuer, Kirchensteuer und den Solidarit√§tszuschlag sowie f√ľr Sozialabgaben ab.

Bei der Bestimmung der letzten 12 f√ľr die Einkommensberechnung ma√ügeblichen Kalendermonate ber√ľcksichtigt die zust√§ndige Stelle folgende Monate nicht:

  • Monate, in denen Sie Mutterschaftsgeld oder Elterngeld erhalten haben,
  • Monate, in denen aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung Ihr Einkommen gesunken ist oder
  • Monate, in denen Sie Wehrdienst oder Zivildienst geleistet haben.

Statt dieser Monate werden zus√§tzlich weiter zur√ľck liegende Monate herangezogen.

Wenn Sie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe beziehungsweise Kinderzuschlag beziehen, rechnet die zuständige Stelle das Elterngeld auf diese Leistungen in der Regel an. Waren Sie vor der Geburt Ihres Kindes schon einmal erwerbstätig, erhalten Sie einen Elterngeldfreibetrag. Der Elterngeldfreibetrag entspricht dem durchschnittlichen Einkommen vor der Geburt und beträgt höchstens 300 Euro. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen anrechnungsfrei.

Das Elterngeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das hei√üt, dass es in einem ersten Schritt Ihren steuerpflichtigen Eink√ľnften hinzugerechnet wird, um Ihren Steuersatz zu ermitteln. Im zweiten Schritt wird dieser ermittelte Steuersatz auf Ihre steuerpflichtigen Eink√ľnfte ohne das Elterngeld verwendet.

F√ľr angenommene Kinder und f√ľr Kinder, die Sie mit dem Ziel der Annahme aufgenommen haben, erhalten Sie Elterngeld von dem Zeitpunkt an, an dem Sie das Kind in Ihren Haushalt aufgenommen haben. Nach dem 8.Geburtstag des Kindes k√∂nnen Sie in diesen F√§llen kein Elterngeld mehr erhalten.

Formulare:

Rechtsgrundlage:

§§ 1 - 14 Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (Elterngeld)

Lebenslagen:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zust√§ndigen Stellen. Das Sozialministerium und das Finanzministerium, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Karlsruhe,haben dessen ausf√ľhrliche Fassung am 30.06.2017 freigegeben.

Kontakt

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72657 Altenriet

Tel. 07127 977649-0
Fax 07127 977649-49

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