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Aus der Geschichte

Altenriet liegt in einer landschaftlich reizvollen Gegend. Der Ort ist fast bis zum Steilabfall gegen das Neckartal vorgeschoben und bietet freie Sicht zur Schwäbischen Alb. Der Ortsname stellt ursprünglich keine Siedlungs-, sondern eine Flurbezeichnung dar (im/am Ried) und wird erstmals im Jahre 1446 urkundlich erwähnt. Die Benennung "Rieth" ist bereits im 12. Jahrhundert feststellbar. In Riet bauten die "Herren von Riet" wohl im 13. Jahrhundert eine Burg, die bereits im 15. Luftbild von Altenriet Jahrhundert verfiel.
Die Obrigkeit über Altenriet hatten seit dem 11. Jahrhundert die Grafen von Achalm, ab dem 12. Jahrhundert die Grafen von Urach. 1344 wird erstmals der Ort "Riet" als zur Grafschaft Eberhards von Württem- berg erwähnt. Die Württemberger Grafen teilten Altenriet dem Oberamt Tübingen zu, von wo es 1842 an das Oberamt Nürtingen abgetreten wurde. Um 1600 lebten in unserem Ort etwa 200 Einwohner. Im Dreißigjährigen Krieg sank die Bevölkerung um mehr als die Hälfte. Nur langsam stieg die Einwohnerzahl wieder an. 1802 waren es wieder 376. In den letzten zwei Jahrhunderten wanderten 160 Altenrieter aus, insbesondere nach Amerika. Erst nach dem 2. Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl, vor allem durch den Zuzug von 177 Heimatvertriebenen, wieder in bemerkenswertem Umfang an. Nachdem die Gemeinde sich 1970 durch vermehrte Ausweisung von Bauland "geöffnet" hatte, verstärkte sich der Zuzug von Neubürgern.
Heute, am Anfang des 3. Jahrtausends leben in Altenriet 1800 Menschen. Der Ort gehört zum Gemeindeverwaltungsverband Neckartenzlingen und zur Region Stuttgart. Mittelpunkt des Altenrieter Gemeinschaftslebens ist der alljährlich am Palmsonntag stattfindende Brezelmarkt.

 

Der Brezelmarkt

Mittelpunkt des Altenrieter Gemeinschaftslebens ist der alljährlich am Palmsonntag stattfindende Brezelmarkt. Einige der Wagen im Festumzug erinnern an die Sagen, die erzählen, wie die Brezel in Altenriet erfunden wurde, und wie es zur Entstehung des Brezelmarktes kam.
Die Erfindung der Brezel:
Vor langer Zeit soll in Altenriet ein Bäcker gelebt haben, dessen Backwaren bei den Burgherren von Neuenriet sehr beliebt waren. Doch der Bäcker war sehr geizig, und wollte schnell reich werden. Er streckte Brezelmarkt sein Mehl mit gemahlenem Kalk. Als der Ritter das merkte, ließ er den Bäcker in den Kerker werfen. Bald darauf erschien die Frau des Bäckers auf der Burg, und flehte den Burgherrn an um Gnade für ihren Mann. Dieser gab schließlich nach, und sagte, er wolle den Bäcker frei lassen, wenn er einen Kuchen backe, durch den die Sonne dreimal hindurchscheine. Der Bäcker wurde in die Backstube geführt. Er knetete und knetete, entwarf immer neue Formen. Plötzlich hatte er eine Eingebung, und formte eine Brezel. Als der Ritter von Neuenriet das neue Gebäck sah, konnte er nicht anders als den Bäcker freizulassen. Durch die Brezel scheinte nicht nur die Sonne dreimal hindurch, sie schmeckte auch vorzüglich!
Die Entstehung des Brezelmarktes:
Die Brezel war beim Burgherrn von Neuenriet ein beliebtes Gebäck . Eines Tages hatte er mal wieder Brezeln gegessen, und hatte nun noch eine einzige übrig. Er hörte 2 Kinder, die vor der Burg spielten, und wollte ihnen eine Freude machen. So warf er die übrige Brezel hinunter. Das Mädchen fing die Brezel und rannte schnell davon. Doch der Junge rannte ihr hinterher, und holte sie endlich auf der Neckartenzlinger Brücke ein. Keiner der beiden wollte sich nur mit der Hälfte zufrieden geben. Und so balgten sie sich um die Brezel, bis beide von der Brücke in den Neckar stürzten und ertranken. Als der Burgherr hörte, was geschehen war, sagte er, daß von nun an an jedem Palmsonntag ein Fest veranstaltet werden solle, an dem nur Brezeln verkauft werden sollten. Außerdem schenkte er jedem Kind in Altenriet eine Brezel, denn so etwas sollte nie wieder geschehen. So entstand der Altenrieter Brezelmarkt.
Die Brezel spielt auch noch bei einem anderen Altenrieter Ereignis eine Rolle. Jedes Jahr am 6. Januar findet hier noch das Brezelgaigeln statt. Den ganzen Abend wird gegaigelt. Der Preis ist eine Brezel.

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